Katholische Kirche Aesch Birmensdorf Uitikon

Damit sie das Leben haben und es in Fülle haben



Das Caritashaus zu Lipany

 

Viele von unseren Pfarreiangehörigen erinnern sich sicherlich an das Aushängeschild in der Kirche in Birmensdorf, welches etwa in den Jahren 1996 bis 1998 einer Bekanntmachung - zwecks Unterstützung - eines Pfarreiprojektes in der Stadt Lipany in Slowakei diente.

Die leuchtende Idee wurde zwischen zwei Altarbrüder, Pfarrer Jankech aus Lipany und Pfarrer Zimmermann aus Birmensdorf, 1995 im Rom gezündet. Pfarrer Zimmermann scharrte einige Begeisterte aus der Pfarrei um sich und formten ein Lipany-Team. Dieses übernahm die Aufgabe, für das Projekt in Lipany - ein Gebäude, welches nach der politischen Wende im Jahre 1989 infolge Geldmangel stillgelegt werden musste - die Pfarreiangehörigen zu Spendenfreudigkeit zu sensibilisieren. Es galt ein Caritas-/Altersheim aufzubauen. 

Es begann eine rege Aktivität zwischen beiden Partnern. Es folgten Delegationenbesuche von Birmensdorf nach Lipany und umgekehrt. Die zweckgebundene Nutzung der Spendengelder sollte gesichert werden. Die Pfarrei sammelte und überwies in den Jahren 1996-1998 nach Lipany 120.000 CHF. Doch dieser Betrag reichte bei weitem nicht aus, um den angefangenen Bau zu beenden. Die Führung der Kirchgemeinde fühlte sich mit der Grösse des Bauprojektes überfordert und zeigte auch Ungeduld. Sie kam zur Einsicht, dass der geplante Geldrahmen die Möglichkeiten der Pfarrgemeinde übersteigt und beschloss das Projekt der Caritas zurück zu geben. Bedauerlicherweise kam dazu auch der Tod von Pfarrer Hubert Zimmermann, der ein initiativer Führer des Projektes war und dadurch drohte dieses zu scheitern. 

Doch das Lipany–Team, die Arbeitsgruppe der Pfarrei für das Projekt, war der Ansicht, dass man die Hilfsaktion auf dem halben Wege nicht aufgeben sollte und suchte nach einer Lösung. Und siehe da, das fehlende Geld (über CHF 400.000) wurde mit viel Einsatz und Überzeugung bei aussenstehenden Christen gefunden. Somit war die Pfarreigemeinde Birmensdorf entlastet und der Bau konnte erfolgreich beendet werden. Ausser den Spenden Einzelner aus der Pfarrgemeinde Aesch, Birmensdorf, Uitikon zeigten sich sowohl die Wohngemeinde als auch die Reformierte Gemeinde von Uitikon solidarisch mit dem Projekt. Mit grossem Dank wurden in Lipany zudem die zweimaligen vorweihnachtlichen Sammlungen (1996, 1997) von Gebrauchsgüter (vor allem Kleider, Schuhe, Kinderartikel usw.) entgegengenommen. Je ein Kamion war gefüllt worden.

Dank diesen grosszügigen Beiträgen konnte das Caritashaus in zwei Etappen (1997 und 1998) in Betrieb genommen werden. Es steht in Lipany als Symbol grosser christlicher Solidarität und lebendigen Glaubens. Ganz in Sinne von Pestalozzi, der sagte: „Der Glaube ist die Liebe und dort wo die Liebe ist, baut er sein Gotteshaus.“ 

Im Hause verbringen zur Zeit 60 – 65 betagten Insassen, die meisten von ihnen Behinderte, in menschenwürdiger, liebevoller Atmosphäre die letzten Monate und Jahre ihres Lebens. Das Objekt ist relativ schnell zum Vorzeigeobjekt für andere Regionen der Slowakei geworden. Was nicht selten vorkommt, kam auch beim diesem Haus vor, dass infolge Nachbedarfes einiges verbessert oder ergänzt werden musste.

 

Die Lipaner wussten die grosszügigen Spenden der Schweizer zu schätzen. An der Wand beim Haupteingang der Gebäude wurde ein Schild mit folgendem Wortlaut angebracht: "Die Bauvollendung dieses Hauses wurde durch die Hilfe der Einwohner der Gemeinden Aesch-Birmensdorf-Uitikon und einer Spenderin aus der Schweiz ermöglicht." Herr Pfarrer Zimmermann posthum und die grosszügige Spenderin, Frau Hostettler, wurden als Ehrenbürger der Stadt Lipany ausgezeichnet. Die im Hause eingerichtete Kapelle mit etwa 100 Sitzplätzen ist aus Dankbarkeit dem Schweizer Heiligen, Bruder Klaus, geweiht worden. Das Haus besuchten bisher bedeutende Staatsmänner, wie Regierungsvorsitzender Mikulas Dzurinda und Staatspräsident Rudolf Schuster.

Beispielhaft entwickelten sich die Kontakte zwischen den Mitgliedern der beiden Pfarreigemeinden Birmensdorf und Lipany. Zweimal besuchten die Lipaner unsere Pfarrei. Lebhaft erinnern wir uns an die Gottesdienste die vom Chören von Lipany verschönt wurden. Dreimal haben sich Angehörige unserer Pfarrei in Reisebussen nach Lipany begeben, dabei auch die Slowakei mindestens flüchtig kennen gelernt. Aus den gemeinsamen Begegnungen sind Freundschaften entstanden, die auch in privatem Rahmen gepflegt werden. Einige Bürger aus unserer Pfarrei pflegen auch heute noch Beziehungen zu Freunden in Lipany und umgekehrt. 

Nach 10 Jahren Partnerschaft können wir voll Stolz sagen, dass wir auf eine fruchtbare Zusammenarbeit mit Lipany auf dem caritativen Gebiet blicken können. Wir schauen zurück mit Genugtuung, Zufriedenheit aber auch in Dankbarkeit für alle Spender und Mitwirkenden. Wir haben unser Ziel erreicht. Das Caritashaus erfüllt seine Aufgaben hervorragend, es steht heute auf soliden wirtschaftlichen Fundamenten und wir sind auch für die Zukunft des Hauses sehr zuversichtlich. Einen Dank und Gruss richten wir an die Einwohner und den Stadtrat von Lipany, bei welchen wir immer sehr gastfreundlich aufgenommen wurden. Wir konnten uns bei ihnen mit schönen Erlebnissen bereichern.



Spenden erreichen das Haus in Lipany auf dem PC 87-285216-0; Kath. Pfarramt Birmensdorf; 8903 Birmensdorf; Stichwort: Lipany